Gutes Coaching als Werkzeug erfolgreicher Personalsuche

Mareike L.

Ein Interview von Mareike Leckinger: Letzte Woche erzählte mir meine Kundin, Frau Haberer (Personalleiterin) von ihrer kürzlich abgeschlossenen Ausbildung zum systemischen Coach und Changemanager. Zu meiner Überraschung wurde sie laut ihrer Aussage dabei immer wieder an die Zusammenarbeit mit uns Personalberatern und unserer individuellen Personalsuche erinnert. Für mich Grund genug in einem Interview mehr darüber zu erfahren.

HSH+S: „Guten Morgen Frau Haberer, vielen Dank, dass Sie sich Zeit nehmen uns über Ihre Erfahrungen mit systemischem Coaching im Zusammenhang mit Personalarbeit zu berichten.“
Frau Haberer: „Gerne Frau Leckinger. Ich freue mich, wenn es anderen Unternehmen dabei hilft die Mehrwerte von Coaching in der Personalarbeit zu sehen.“

HSH+S: „Da haben wir ja ein sehr schönes gemeinsames Ziel für dieses Gespräch. Frau Haberer, Sie mussten laut eigener Aussage während Ihrer Coaching-Ausbildung an die HSH+S und mich denken. Das möchte ich natürlich genauer wissen. Wann und warum kam das zustande?“
Frau Haberer (lacht): „Damit hätte ich auch nicht gerechnet, aber das war gleich an den ersten Tagen. Wir wurden zu Beginn über die Abgrenzungen zwischen Beratung und Coaching aufgeklärt. Sie nennen sich ja Management und Personalberatung. Aus meiner Zusammenarbeit mit Ihnen weiß ich jedoch, dass Sie unser Unternehmen und die Kandidaten während eines Projektes stattdessen zielführend coachen.“

HSH+S: „Für alle die nicht so intensiv in diesen Themen stecken. Wo sehen Sie da die charakteristischsten Unterschiede?“
Frau Haberer: „Etwas plump gesagt unterstützt mich der Coach bei der „Hilfe zur Selbsthilfe“ und der Berater teilt mir aufgrund seines Fachwissens konkrete Lösungsvorschläge mit, statt den Coachee zu befähigen, seine eigenen Lösungen finden.“

HSH+S: „Soweit klar. Können Sie Situationen aus unseren letzten Projekten beschreiben, die das für andere potenzielle Kunden verdeutlichen würden?“
Frau Haberer: „Natürlich. Das beginnt bereits mit dem Briefing. Sie nehmen keinen Auftrag an, wenn Sie nicht beim Kunden vor Ort waren und ich hätte Ihnen keinen Auftrag erteilt, wenn wir uns nicht persönlich kennengelernt hätten.“

HSH+S: „Das ist im Umfeld der Beratung auch nicht unüblich.“
Frau Haberer: „Sicherlich. Jedoch möchte ich behaupte, dass ein Berater vor Ort kommt um die Beteiligten und die Situation in ihm bekannte Muster einteilen und ihm bekannte Lösungen vorschlagen zu können. Sie Frau Leckinger haben uns besucht, um sich vorzustellen, uns kennenzulernen und Vertrauen aufzubauen. Nur so konnten wir in den weiteren Schritten offen und ehrlich miteinander arbeiten.“

HSH+S: „Richtig. Insbesondere die ehrliche Transparenz und Offenheit betone ich gerne beim Briefing. Wenn ich die wahren Ziele und Nöte nicht kenne, arbeite ich in völlig falsche Richtungen. Schön, dass Sie dieses Beispiel nennen. Ich selbst bin auch der Meinung, dass Coaching und meine tägliche Arbeit auf vier wichtigen Säulen steht: Wertschätzung gegenüber den Kunden aber auch Kandidaten, Empathie, Authentizität und Mut zur Ehrlichkeit.“
Frau Haberer: „Stimmt Frau Leckinger. Ich bin noch ganz frisch im Thema drinnen, daher kann ich auch noch mehr theoretische Definitionen ins Spiel bringen, welche es auf eine andere Art deutlich machen: Coaching beruht auf vertraulichen Gesprächen, einer Neutralität des Coaches und ist geprägt durch Fragetechniken, Mikrothesen und Methoden. Coaching ist also auch sinnvoll, wenn ich ein Problem wie eine offene Vakanz oder einen Bedarf haben, aber der Weg und das Ziel nicht klar sind.“

HSH+S (lacht): „Sie spielen jetzt aber nicht auf meine berühmten unbeliebten Fragen an?“
Frau Haberer: „Doch. (lacht) Das ist eine der Vorgehensweisen, die den Unterschied deutlich machen. Also Ihr Umgang mit mir, den Vorgesetzten und, soweit ich das aus Rückmeldungen der Bewerber weiß, auch den Kandidaten. Sie sagen nie nur das, was man hören will, was gewünscht ist oder überreden zu Schritten und Lösungen, welche Sie vorher festgelegt haben. Sie stellen stetig Fragen, welche auch ungeliebte aber notwendige Ecken aufdecken, zum Hinterfragen anregen und neue Sichtweisen eröffnen. Dadurch entscheidet man sich selbst proaktiv für den nächsten Schritt und steht mit einer ganz anderen Überzeugung hinter den Entscheidungen.“

HSH+S: „Schön, dass Sie das so bewusst wahrnehmen. Geht das Ihrer Meinung nach den Führungskräften in Ihrem Unternehmen auch so?“
Frau Haberer: „Das hängt sicherlich von den verschiedenen Charakteren ab. Ich als Personalleiterin lege in meiner Arbeit aber auch viel Wert auf die Themen personelle Entwicklung, sowie operative – und strategische Personalentwicklung. Mir ist also wichtig, dass unsere Mitarbeiter nicht nur einen Weg, eine Lösung, kennenlernen, der in einem bestimmten Fall funktioniert, sondern Fähigkeiten erlernen, die sie befähigen in vielen ähnlichen Situationen, ohne erneute Hilfe, Lösungen zu entwickeln und umzusetzen. Ich kann definitiv bestätigen, dass unsere Führungskräfte, die schon einmal mit HSH+S einen Leistungsträger für Ihr Team gesucht haben allein durch die Zusammenarbeit eine positive Entwicklung gemacht haben.“

HSH+S: „Darf ich fragen, wie sich das äußert?“
Frau Haberer: „Zu aller erst stelle ich immer fest, dass die Führungskräfte sich danach bewusst sind, welche signifikanten Unterschiede es zwischen einer Kompromiss-Besetzung „auf die Schnelle“ und einer Besetzung mit einem wirklich passenden Bewerber gibt, der eben nicht nach wenigen Monaten wieder das Unternehmen verlässt. Bereits in den Interviews verhalten sich diese Führungskräfte daher anders. Sie stellen mehr Fragen um gemeinsame Ziele, die Kultur und Wünsche zu erkennen und versuchen nicht durch einen rosaroten Blick auf unser Unternehmen jeden erst mal obligatorisch an Bord zu holen.“

HSH+S: „Das freut mich zu hören. Wenn man aber bisher nur die Zusammenarbeit mit Vermittlern gewöhnt ist, die nach 2–3 Wochen erste CVs schicken ist das immer eine Umstellung.“
Frau Haberer: „Da haben Sie recht, aber im Hinblick auf langfristige Mehrwerte in unserem Unternehmen ist die Entscheidung hin zu einem Executive Search Prozess wie dem Ihren eindeutig. Und bei der Umsetzung helfen mir nun einmal mehr die Ausbildungsinhalte zum Thema Changemanagement.“

HSH+S: „Ich sehe den Schlüssel in meiner Arbeit darin, dass wir bei HSH+S Leistungsträger suchen, die nicht nur fachlich einem Wunsch entsprechen, sondern insbesondere menschlich zum Unternehmen, dem Team und der Aufgabe passen. Das findet man aber nur heraus, wenn man viele Fragen stellt, zuhört und auch mal provokante Thesen aufstellt. Darin sehe ich große Schnittmengen mit dem Coaching. Stimmen Sie mir hierbei zu?“
Frau Haberer: „Ganz genau. Coaching startet ja mit einem personenzentrierten Zugang. Man fokussiert sich also auch auf Gefühle, Hoffnungen, Befürchtungen bis hin zu positiven und negativen Erfahrungen des Coachee um Ressourcen aufzudecken.“

HSH+S: „Sie haben bereits vor der Ausbildung zum systemischen Coach sechs Jahre als Personalleiterin gearbeitet. Mich würde insbesondere interessieren, was Sie aus der Ausbildung nun in den Berufsalltag übertragen. Was machen Sie anders?“
Frau Haberer: „Das ist eine gute Frage. Sicherlich mache ich nun auch vieles unbewusst anders. Vieles konnte ich aber auch während der Ausbildung schon trainieren und nun täglich umsetzen.“

HSH+S: „Haben Sie auch hier ein Beispiel für mich?“
Frau Haberer: „Mein Alltag ist immer noch geprägt von sehr intensivem Personenkontakt. Ich nehme mich selbst und meine Ideen nun viel mehr und bewusster zurück. Zuhören, Verstehen und Fragen stehen steht mehr im Fokus als schnell eine Lösung zu nennen. Das mag für manch einen kurzfristig ineffektiv erscheinen, aber langfristig erarbeite ich mir damit viel mehr Freiräume für meine Arbeit. Insbesondere, weil ich in meinem Team auf diese Weise bisher unberührte Ressourcen aufdecke, wodurch sie sich schneller zur Selbstständigkeit entwickelt. Ich habe auch andere Sicherheiten in der Herangehensweise für Gespräche aus der Ausbildung mitnehmen können und bleibe nun eher mal „dran“, wenn ich Hindernisse im Alltag bei anderen Personen vermute. Man könnte sagen es hat meine Antennen geschärft.“

HSH+S: „Das klingt ja wirklich nach einem Erfolgsfaktor. Haben Sie durch die Ergänzung zum systemischen Coach andere berufliche Ziele als vorher?“
Frau Haberer: „Ein ganz klares Nein! Ich bin als Personalleiterin genau an der richtigen Stelle. Nach der Ausbildung bin ich sogar noch mehr davon überzeugt, dass es meine Stärke ist, und mich glücklich macht, wenn ich Menschen gewinnbringend für ein Unternehmen suchen, einsetzen und entwickeln kann.“

HSH+S: „Das ist doch ein schönes Fazit Frau Haberer. Ich bedanke mich ganz herzlich für Ihre Zeit und Offenheit!“
Frau Haberer: „Gerne Frau Leckinger. Sicherlich wird auch bald wieder ein persönliches Treffen möglich sein.“


Über Frau Haberer: Frau Haberer hat nach einer Ausbildung und dem Bachelor bis 2012 Master of Arts Bildungs- und Erziehungswissenschaften mit Schwerpunkt auf Personalmanagement & Psychologie in Hamburg studiert. Ihr Weg führte sie im Anschluss von der Personalreferentin bis zur Personalleiterin. Zu Ihren Aufgaben gehört das Führen des Personalbereichs in allen Personalangelegenheiten für bis zu 800 Mitarbeiter. Sie ist überdies Abteilungsleiterin und Vorgesetzte von bis zu 80 Mitarbeitern und Beraterin für die Führungskräfte Ihres Bereichs. 2020 ergänzte die Ausbildung zum geprüften systemischen Coach.
Über INeKO Institut an der Universität zu Köln: Die berufsbegleitende Ausbildung zum geprüften systemischen Coach beinhaltet systemische Beratung, Changemanagement sowie Begleitung von Coaching-, Beratungs- und Change-Prozessen von der Problem-Fixierung bis zur Lösungs-Orientierung im Team, in Institutionen oder Organisationen. (250h inkl. Eigenarbeit, Gruppen: 18 – 22 Personen)

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